Monatsspruch: Euch, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln. Mal 3,20
Zwei Gedanken drängen sich mir beim Lesen des Monatsspruchs für den Dezember auf. Erstens: das bekannte Gesangbuchlied „Sonne der Gerechtigkeit“. Es ist ein gesungenes Gebet, jede Strophe eine Bitte, in der es um eine lebendige, missionarische und ökumenisch offene Kirche geht. Es geht darum, dass die „tote Christenheit“ aus ihrem Schlaf geweckt werden möge. Es geht um die Überwindung der „Zertrennung“, die wir heute in unterschiedlichen Glaubensströmungen erleben. Und es geht um die weltweite Ausbreitung des Evangeliums. 
Der zweite Gedanke ist eigentlich ein Bild: Eine Vogelmutter in ihrem Nest, unter den Flügeln verborgen ihre Küken, dort, wo sie geschützt und heil bleiben. Gott verheißt uns Geborgenheit, Heilung und Schutz. „Euch, die ihr meinen Namen fürchtet…“, diese Worte haben etwas mit Ehrfurcht zu tun. Denen, die Gott ehren, wird es gut gehen. Für sie soll die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen.
Die Sonne ist das Licht unserer irdischen Welt. Ohne sie gäbe es kein Leben auf der Erde. „Licht der Welt“ ist aber auch ein Name für Jesus Christus. In dem alten Weihnachtslied „Dies ist die Nacht, da mir erschienen…“ heißt es in einem Vers: „Drum Jesu, schöne Weihnachtssonne, bescheine mich mit deiner Gunst…“ Jesus Christus ist die Sonne in unserem Leben. Auf ihn weist der Prophet Maleachi hin, wenn er von der Sonne der Gerechtigkeit spricht. Ein uralter Text und doch so aktuell.
Die „Sonne der Gerechtigkeit“ kommt in unsere Zeit mit all ihren Problemen in der Welt und auch innerhalb der Kirche. Ich denke, man kann manchmal schon von einer „toten Christenheit“ sprechen, wenn sogar innerhalb der christlichen Gemeinden an vielen Stellen Gleichgültigkeit gegenüber den anderen, der Gedanke an das eigene Wohlbefinden und ein Desinteresse an Gott und seinem Wort an der Tagesordnung sind. Wir sind bequem geworden, wo wir aktiv sein sollten.
Für mich steht hinter der Weihnachtsgeschichte nicht nur die frohe Botschaft, dass Gott seinen Sohn zu uns in die Welt geschickt hat, sondern auch die Aufforderung, etwas zu tun – für Gott und seinen Sohn. Gottes Namen fürchten – das bedeutet, ihm Ehrfurcht entgegenzubringen, Respekt und Liebe. Es bedeutet, zu handeln, die frohe Botschaft von Weihnachten unter die Leute zu bringen. Gottes Wort weiterzugeben, ohne über Unterschiede im Glauben nachzudenken. Es kommt ja nicht darauf an, wie man glaubt, sondern, dass man glaubt. Und dazu können wir viel beitragen. Stefanie Hirsch