Hahnenschrei April/Mai

Andacht zum Monatsspruch April: Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. 1.Kor 15,42

Die Natur veranschaulicht jedes Jahr diesen Prozess von Saat und Ernte: Das Samenkorn wird in die Erde gelegt, woraus in der Regel wieder etwas wächst. Mit der Aussaat beginnt somit der Prozess für neues Leben. Das bestätigen wir gern für diejenigen Bereiche, wo wir das selber probiert und anschaulich nachvollzogen haben, – zum Beispiel in unserem Garten.
Doch bezogen auf die Erdlegung unserer sterblichen Leiber – als eine Art Samenkörner – fällt es uns schwer, diesen Verwandlungsprozess anzunehmen oder zu begreifen. Das ging schon damals der Gemeinde in Korinth so, denen schreibt Paulus: „Es könnte aber jemand fragen: Wie werden die Toten auferstehen und mit was für einem Leib werden sie kommen? Du Narr: Was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht stirbt. Und was du säst, ist ja nicht der Leib, der werden soll, sondern ein bloßes Korn, sei es von Weizen oder etwas anderem. So auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Armseligkeit und wird auferstehen in Kraft. Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Gibt es einen natürlichen Leib, so gibt es auch einen geistlichen Leib (1. Korintherbrief 15,35-37.42-44).“

Unser Verstand setzt Grenzen. Wir akzeptieren leider nur das, was diese beschränkte Instanz durchwinkt. Alles andere muss draußen bleiben. Schade eigentlich! Denn Gott hat mehr zu bieten als unsere fassbare, materielle, schöne, sichtbare Welt mit den bunten, vielfältigen Blumen, herrlichen Bäumen, einer genialen Fauna, schneebedeckten Bergen, grünen Täler und scheinbar endlosen Meeren, – nämlich Immaterielles: insbesondere das ewige Leben, die Auferstehung, geistlichen Beistand in den Tiefen unseres Alltags, Trost und eine Quelle der Kraft in dürren Zeiten, Liebe, Ermutigung, Sinn und Perspektive! Die Jahreslosung lädt jedenfalls dazu ein, die Grenzen des eigenen Glaubens zu hinterfragen und zu erweitern, um zu entdecken, dass unser Verstand doch nicht das Maß aller Dinge sein sollte.

Meine engen Grenzen, meine kurze Sicht
bringe ich vor dich. Wandle sie in Weite, Herr, erbarme dich!
Liedtext aus: Singt von Hoffnung, T: Eugen Eckert 1981, M: Winfried Heurich 1981

Lasst uns grüßen: „Der Herr ist auferstanden“
und glauben: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“,
herzlichst, Pfr. Martin Wappler

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