Neuer Hahnenschrei August/September 2019

Andacht

Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. (Matthäus 10,7)

Stell dir vor, in deiner unmittelbaren Nähe wird bald ein großes Fest gefeiert. Doch du weißt nichts davon. Dann findet dieses Ereignis ohne dich statt! Weil du davon nichts wusstest, bist du nicht hingegangen. Wie auch? Du wirst dich gewiss ärgern, sobald du erfährst, ein Teil deiner Freunde war dort, ohne dich zu informieren. Vielleicht wärst du auch nicht hingegangen, wenn du davon gewusst hättest. Aber jeder möchte das gerne selbst entscheiden. Niemand will von wichtigen Informationen ausgeschlossen sein. Daher hätte es sich gehört, dir alle Daten zur Verfügung zu stellen und es dann dir zu überlassen, wie du dich dazu verhältst.
Genau das erwartet Jesus Christus von seinen Jüngern: Sie sollen allen sagen – also reden, sprechen, erklären, predigen –, dass das Himmelreich nahe ist. Der Hörer wird dadurch in die Lage versetzt, eine reife und eigene Entscheidung zu treffen. Ihm werden keine Informationen vorenthalten. Er kann sich nun innerlich entschließen, in das Himmelreich Gottes einzutreten oder es eben sein zu lassen. Das nenne ich fairen Respekt auf Augenhöhe.
Das Ergebnis wird infolgedessen sein: Im Himmelreich sind nur diejenigen, die willentlich und bewusst dort eingetreten sind. Alle anderen sind nicht dabei; – aufgrund ihrer persönlichen Wahl!
Genauso würde es sich vermutlich jeder bei seinen eigenen Festlichkeiten wünschen: Er möchte nur diejenigen dabei haben, die gerne kommen! Wer nicht kommen mag, der soll bleiben, wie man so schön sagt, wo der Pfeffer wächst.
„Gut“, sagst du vielleicht wie viele andere auch, „ich werde es mir überlegen mit dem Himmel. Ich habe ja noch Zeit.“ Diese verbreitete Einstellung birgt jedoch einen großen Irrtum. Wenn Jesus dich heute ruft, „Komm!“, und du erklärst, „Jetzt passt es mir nicht!“, dann hast du vielleicht deine Gelegenheit vergeben. Jesus vergleicht diesen Gedanken einmal mit einer Hochzeitsfeier (Mt 22). Nachvollziehbar: Denn es gibt für jede Hochzeit einen einzigen, festen Termin. Wer an diesem Datum nicht teilnehmen kann oder will, der wird diese Hochzeit verpassen und niemals nachholen können.
Daher rät bereits der Volksmund: Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen! Das Himmelreich ist nahe, du bist eingeladen, – tritt ein, herzlich willkommen,
Pfarrer Martin Wappler

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