Passionsandacht Gründonnerstag

Jesus! Die Erzählung von der Fußwaschung ist wieder ein großartiges Lehrstück über eine christliche Gesinnung. Meist wird diese Begebenheit auf den sozialen Dienst aneinander reduziert und selbsternannte Jesusse waschen öffentlichkeitswirksam anderen die Füße. Jesus tat dies jedoch weder vor laufender Kamera noch entspricht eine damalige erniedrigende Fußwaschung der heutigen Zeit.

Das Evangelium vom Gründonnerstag Johannes 13,1-15.34f hier für die Andacht gekürzt: „1 Vor dem Passafest aber erkannte Jesus, dass seine Stunde gekommen war, dass er aus dieser Welt ginge zum Vater; und wie er die Seinen geliebt hatte, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. 2 Und beim Abendessen, als schon der Teufel dem Judas, Simons Sohn, dem Iskariot, ins Herz gegeben hatte, ihn zu verraten, 3 Jesus aber wusste, dass ihm der Vater alles in seine Hände gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott ging, 4 da stand er vom Mahl auf, legte sein Obergewand ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. 5 Danach goss er Wasser in ein Becken, fing an, den Jüngern die Füße zu waschen.“

Jesus wusste, was geschehen würde: Verrat, Verleumdung, sein bitteres Leiden und Sterben! Dennoch hat er sich davon nicht erschüttern lassen. Und als der Druck zu groß wurde, ging er ins Gebet an gewohnter Stelle im Garten Gethsemane.

Mögen auch wir in allen Herausforderungen unserer Zeit gelassen bleiben und unseren gewohnten Platz des Gebets haben, den Ort der Zuflucht und Quell der neuen Kraft!

Vorösterliche Grüße, Pfr. Martin Wappler

Corona-Nothilfefonds

Spenden sind ein Zeichen der Hoffnung: Diakonie Sachsen richtet Corona-Nothilfefonds ein

"Neben der Kontaktsperre bereitet die aktuelle Krise all jenen in unserem Land jetzt massive Probleme, die schon vorher mit einem äußerst schmalen Geldbeutel zurecht kommen mussten. Verdienstausfälle, außergewöhnliche Belastungen, Mehrkosten und plötzliche Notfälle können dann zu einer schier ausweglosen und akuten finanziellen Notlage führen. Hier kann unser neu eingerichteter Corona-Hilfsfonds für Menschen in Not schnell und unbürokratisch helfen. Wir wollen ihn aus privaten Spenden sowie Kollekten speisen und bitten – im Namen aller Hilfesuchenden – um Spenden. Dies kann auch Online geschehen!“ Dietrich Bauer, Chef der Diakonie Sachsen, weist daraufhin, dass mit dem Corona-Nothilfefonds eine Linderungsmöglichkeit für Menschen in großer persönlicher sozialer Not zur Verfügung steht: „Antragstellung und Bearbeitung laufen in bewährter Weise über die Beratungsstellen der KirchenBezirksSozialarbeit (KBS).“
Link zum Spendenkonto: https://secure.spendenbank.de/form/1309/?langid=1&verwendungszweck=25728

Spendenkonto: IBAN: DE15 3506 0190 1600 3000 12 Kennwort: Corona-Hilfe

Bauer weist aber auch darauf hin, dass die Pandemie die Menschen in den meisten Ländern dieser Welt ungleich härter trifft. „Menschen, die dort ohnehin schon unter großer Not leiden, gefährdet das Virus besonders. Sie sind oft unterernährt, krank und haben weder Zugang zu sauberem Wasser noch zu medizinischer Versorgung. Auch die Situation von vielen Millionen Flüchtlingen wird sich durch die Pandemie weiter zuspitzen. Auch hier dürfen wir bei allem Engagement für die Bedürftigen in unserem eigenen Land nicht nachlassen, endlich wirksame dringend nötige Maßnahmen einzufordern und auch finanziell zu unterstützen!“ Auch die Diakonie Katastrophenhilfe sei daher für jede Spende dankbar.

Weitere Informationen: Tilmann Beyer, Tel.: 0351/8315 203

Passionsandacht Karmittwoch

Werte für die Ewigkeit; – der Text zum Karmittwoch fordert heraus!

Markus 14,3-9 „3 Und als Jesus in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Glas mit unverfälschtem und kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Glas und goss es auf sein Haupt. 4 Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? 5 Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an. 6 Jesus aber sprach: Lasst sie in Frieden! Was betrübt ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. 7 Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. 8 Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt für mein Begräbnis. 9 Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie jetzt getan hat.“

Die hier geschilderte Frau hat sich mit ihrem Einsatz für Jesus verewigt. In allen Zeitaltern wird erzählt, was sie für Jesus getan hat. Sie hätte natürlich mit Geld – durch den Verkauf ihres Salböls – gewiss vielen Menschen ihrer Zeit konkret helfen können. Doch mit ihrer geistlichen und uneigennützigen Tat - für Jesus (darauf kommt es an!) - hat sie eine bleibende geistliche Tatsache geschaffen: Jesu Leib im Voraus gesalbt zum Begräbnis. Nach meinem Verständnis bewirken geistliche Taten geistliche Tatsachen; und geistliche Tatsachen haben Bedeutung für die Ewigkeit, wie es ein Spruch besagt:

Wer einem Menschen Brot gibt, der hat ihn für heute gerettet.
Wer einem Menschen Bildung gibt, der hat ihn für seine Lebenszeit gerettet.
Wer einem Menschen Jesus Christus gibt, der hat ihn bis in alle Ewigkeit gerettet.

Alles tut Not, – keine Frage! Brotgaben sind gut. Jedoch ist Bildung besser als pure Brotgaben und Jesus Christus besser als pure Bildung. Das fordert unser Denken und Handeln heraus, weil wir unsere Prioritäten gerade anders herum setzen. Der Judas Iskariot in uns drängt eher auf Irdisches als auf Himmmlisches, eher auf Kurzfristiges als auf Ewiges.

Lasst uns daher in der Passionszeit ganz bewusst Jesus Christus in den Blick nehmen. Bleiben Sie gesegnet und behütet, Pfr. Martin Wappler

Passionsandacht Karmontag

Leiden der Seele sind manchmal schlimmer als Leiden des Körpers. Vermutlich kann mancher dies nachvollziehen; vielleicht gerade auch in der aktuellen Zeit psychischer Herausforderung?

So wissen wir etwas vom körperlichen Leiden Jesu aus den Evangelien, aber kaum etwas vom Leiden seiner Seele. Ich kann mir gut vorstellen, wie schmerzhaft es ist, von fast allen verkannt, fehlgedeutet und missverstanden zu werden.

Seine Jünger hatten bis zuletzt nicht kapiert, dass Jesus in Jerusalem getötet und nach drei Tagen auferstehen musste (u. a. Lk 18,34). Wohl kaum einer begriff, dass Jesu Reich nicht von dieser Welt ist (Joh 18,36), obwohl er von einem anderen Reich sprach: „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen! (Mt 4,17)“. Die Menschenmenge jubelte ihm bei seinem Einzug am Palmsonntag zu, hofften sie doch, dass Jesus die verhassten Römer vertreibt und für Frieden und Gerechtigkeit in der irdischen Welt sorgt. Als Jesus aber nicht in die Politik eingriff und die diesseitigen Verhältnisse nicht änderte, riefen sie nur wenig später: „Kreuzige ihn! (Mk 15,14)!“. Als Jesus es am Karmontag wagte, rabiate Kritik an den fragwürdigen Diensten im Tempel zu üben (Mt 21,10-17), die von der geistlichen Elite – den Pharisäern, Schriftgelehrten und Hohenpriestern – erlaubt oder zumindest geduldet waren, zog er sich zusätzlichen Hass zu. Denn ihr Messias sieht anders aus, tritt anders auf; er wird ihnen natürlich gehorsam und unterwürfig sein. Verkannt!

Bis heute müssen Jesus und seine Worte für (fast) alles herhalten. Jeder kann sie deuten und interpretieren, wie es ihm gerade passt. Vermutlich kann mit der Bibel alles verworfen oder aber auch alles gerechtfertigt werden, – je nach Blickwinkel und Interpretationskünsten. Fehlgedeutet! Das halte ich bis heute für große, seelische Leiden Jesu: missverstanden zu werden!

Ja, wie ist er denn nun aber zu verstehen? Kein Mensch (leider auch nicht der Papst oder die größten Theologen der Weltgeschichte) kann uns das fassbar erklären, sondern – wie Jesus übrigens ebenfalls angekündigt – der Heilige Geist wird und will uns in alle Wahrheit führen: „Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten (Joh 16,13).“ Darauf gilt es sich einzulassen: auf den Heiligen Geist!

Glocken am Karfreitag und Ostersonntag

Gemeinsames Glockenläuten zu Karfreitag und Ostersonntag

Am Karfreitag sollen in ganz Sachsen zur Sterbestunde Jesu, um 15 Uhr, die Glocken erschallen (siehe auch hier).

Am Ostersonntag werden in den allermeisten Kirchgemeinden am Ostermorgen um 06:00 Uhr die Glocken zur Verkündigung der Osterbotschaft geläutet werden.