Neuer Hahnenschrei Dez 2018/Jan 2019

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Frieden – wie glücklich dürfen wir uns schätzen, wenn wir ihn erleben, wie sehnen wir uns danach, wenn wir ihn nicht erfahren. Dass er nicht selbstverständlich ist, dass um ihn gerungen, dass er gepflegt, dass er gesucht werden muss, das haben auch die vergangenen Wochen wieder gezeigt: im internationalen Kontext, als an das Ende des 1.Weltkrieges vor hundert Jahren gedacht wurde, im regionalen Zusammenhang beim Ostritzer Friedenfest und bei der Friedensdekade. Da wurde um Gottes Frieden gebetet, der höher ist als all unsere Vernunft. Bei uns Menschen hier auf der Erde bleibt es ein „Dazwischen“: das Friedliche und Schöne, wie wir es auch in unserer Gemeinde erleben durften: die Frauen beim Frauenverwöhnwochenende, die Kinder bei den Kinderbibeltagen, die Jugend bei der neuen JG, um nur einiges zu nennen. Und das Erwarten von noch Größerem, das Erwarten des Friedenskönigs, der sich im Weihnachtsfest ankündigt und Hoffnung und Zuversicht schenkt. So freuen wir uns auf die Advents- und Weihnachtszeit, auf Konzerte, Krippenspiele und gemeinsame Feiern, die uns ein Stück von Gottes neuer, friedlichen und heilvollen Welt nahe bringen. Und auch in das Neue Jahr dürfen wir dann fröhlich und zuversichtlich starten. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen wahren Frieden. Frieden, der sich nicht zufrieden gibt und gleichzeitig Gottes Frieden erwartet und empfängt.
Ihre Eva Langenbruch

(Editorial Hahnenschrei)

Wort des Landesbischofs zur gesellschaftspolitischen Situation

11. November 2018

Kanzelabkündigung für den 11. November 2018

Liebe Schwestern und Brüder!

Wir feiern heute den Drittletzten Sonntag im Kirchenjahr und stehen damit nahezu am Ende des Kirchenjahres. Für uns Christen ist dies eine besondere Zeit der Selbstprüfung. Wir suchen in diesen Tagen nach Wegweisung und blicken auf Christus, den Orientierungsgeber unseres Lebens.

In einem bewegenden Wort aus der Heiligen Schrift heißt es, dass in Christus die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes erschienen ist. (Titus 3, 4).

Freundlichkeit und Menschenliebe sind Gottes Handlungs- und Haltungsmuster, die für uns in Christus ihren wahrnehmbaren Ausdruck finden. In der Nachfolge Christi sind wir darum bemüht, dieser Haltung durch unsere Handlungen selbst Ausdruck zu verleihen.

In vielen Kirchgemeinden beginnen wir mit diesem Sonntag die Friedensdekade. Unsere Gedanken werden dabei auf das Zusammenleben in dieser Welt und in unserem Land gelenkt. Freundlichkeit und Menschenliebe zeigen sich nicht nur in der Zugewandtheit zu unseren Nächsten, sondern auch im Umgang mit politisch-gesellschaftlichen Vorstellungen, die uns persönlich fremd sind. Stigmatisierungen unliebsamer Meinungen passen genauso wenig zur Menschenliebe, wie Hetze gegen Verantwortungsträger, die nicht so entscheiden, wie wir es für richtig halten.

Menschenliebe zeigt sich ebenso im Umgang mit denen, die Hilfe nötig haben. Zu ihnen gehören Kranke und Einsame oder Menschen mit Behinderungen ebenso wie die sozial Benachteiligten. Auch ihnen sollen wir uns immer wieder neu menschenfreundlich zuwenden und mit Güte begegnen.

Dazu gehören auch jene Menschen, die vor Not und Gewalt aus ihrer Heimat in unser Land fliehen, um hier Schutz und ihr Glück zu suchen. An vielen Orten entbrennt Streit über den Umgang mit ihnen. In dieser Frage müssen wir um verantwortungsvolle und realistische Lösungen miteinander ringen. Eine Haltung, die im Fremden nur den Feind und nicht den Menschen sieht, ist nicht mit der christlichen Haltung der Freundlichkeit und Menschenliebe vereinbar, zu der wir in der Nachfolge Christi aufgefordert und eingeladen sind.

Wenn ich uns alle in diesen Tagen daran erinnere, dann tue ich dies, weil sich in den vergangenen Monaten Äußerungen von Menschenfeindlichkeit und Boshaftigkeit gezeigt haben, die unsere Herzen und die Welt, in der wir leben, bedrohen.

Am heutigen 11. November, vor genau 100 Jahren, endete der 1. Weltkrieg. Die Gewalt dieses und anderer Kriege, hat uns gelehrt, wohin erkaltete Herzen Menschen treiben können. Auch wenn sich Geschichte niemals in oberflächlicher Weise wiederholt, so tragen wir doch vor deren Hintergrund Verantwortung für Gegenwart und Zukunft.

Als Christen sind wir in besonderer Weise aufgerufen, unsere Mitwelt freundlich anzusehen und entsprechend an ihr zu handeln. An einer solchen freundlichen Sicht auf das, was uns fremd oder gar feind erscheint, wird sich entscheiden, welcher Zukunft wir entgegen gehen.

Ich danke allen, die sich für eine menschenfreundliche Atmosphäre einsetzen, indem sie unterschiedlichen Meinungen Raum gewähren und für die Schwachen eintreten.

Und ich möchte uns alle ermutigen, von dieser Haltung der Freundlichkeit und Menschenliebe nicht abzulassen und sie überall in das Leben und in die Gesellschaft, zu der wir gehören, einzutragen.

In Christus ist Gottes Freundlichkeit und Menschenliebe in unserer Welt erschienen. In der Nachfolge Christi kann für uns beides Wirklichkeit werden. Darin liegt Segen für unser Land.

Landesbischof Dr. Carsten Rentzing

https://www.evlks.de/aktuelles/alle-nachrichten/nachricht/news/detail/News/wort-des-landesbischofs-zur-gesellschaftspolitischen-situation/

So, 25. Nov Ewigkeits/Totensonntag

Im November denken wir jährlich in Trauer und Schmerz der im vergangenen Kirchenjahr Verstorbenen. Jeder, der einen geliebten Menschen verloren hat, braucht Trost, Beistand und Zuspruch. Unsere Gottesdienste wollen in dieser Richtung einen gewichtigen Beitrag leisten und allen Angehörigen Worte der Hoffnung und Balsam für die Seele geben. Denn das Wort Gottes ist eine Quelle der Ermutigung gerade in schwierigen Zeiten des Lebens, wie es im bekannten Psalm 23 beispielsweise heißt: „Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“

Herzliche Einladung zu unseren Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen,
herzlichst Pfr. Martin Wappler

 

11. bis 21. Nov 2018 Friedensdekade (Ostritz)

Frieden ist ein uralter Menschheitstraum. Menschen träumen davon, dass Waffen endlich schweigen und Menschen mit friedlichen Mitteln Konflikte lösen. Die Hoffnung auf einen weltumspannenden Frieden lebt in vielen Bildern, Liedern und Texten. Immer wieder sind es die biblischen Visionen, die Menschen in ihrem Bemühen um Frieden und Gerechtigkeit motivieren.

  • „An jenem Tage will ich einen Bund für sie schließen mit den Tieren auf dem Felde, mit den Vögeln unter dem Himmel und mit dem Gewürm des Erdbodens und will Bogen, Schwert und Rüstung im Lande zerbrechen und will sie sicher wohnen lassen.“ (Hos 2, 20)
  • „Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln. Es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“ (Mi 4,3)
  • „Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen“ (Mat 5,9)

Die Sprüche aus dem Alten und Neuen Testament, die für die Ökumenische FriedensDekade zum Thema „KRIEG 3.0“ ausgewählt wurden, zeigen, wie umfassend der biblische Friedensbegriff ist. Während Jesus auf die Spirale von Gewalt und Gegengewalt hinweist, denkt der Prophet Hosea den Frieden bereits umfassend. Frieden ist nicht möglich ohne die Bewahrung von Gottes Schöpfung.
Die FriedensDekade lädt dazu ein, unsere Hoffnungsbilder vom Frieden zu entdecken und danach zu fragen, was wir dazu beitragen können, damit endlich Frieden auf Erden werden kann.

So lasst uns auch in diesem Jahr vom 11. bis 21. November 2018 in Friedensgebeten, Gottesdiensten und Filmabend über das Thema nachdenken. Am Anfang und am Ende der Ökumenischen FriedensDekade steht ein Gottesdienst, der jeweils um 19.00 Uhr beginnt. Alle Informationen zu den einzelnen Abenden finden Sie auf den Plakaten und in den Schaukästen.


Ökumenischer Hauskreis Ostritz, Hans Herbig